Klassifizierung und Verfügbarkeits-Bewertung elektrischer Anlagen in Rechenzentren

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Der Lehrgang vom Sachverständigenbüro Dipl.-Ing. Karl-Heinz Otto erläutert die Grundlagen der in Arbeit befindlichen Richtlinie des BVS aus unabhängiger Sicht und 35 Jahren eigener Prüf- und Schadenerfahrungen sowie der Kollegen der öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen der Bundesfachgruppe Elektronik und EDV. In 3 Tagen werden die Grundzüge an praktischen Fallbeispielen und Simulationsprogrammen erläutert und vertieft. Daher sind Laptop mit Administratorrechten für den Seminarerfolg notwendig mitzubringen.


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Die Verfügbarkeit und Anfälligkeit der elektrischen Netze wird heute unterschätzt. Schon leichte Störungen/Schäden führen zu Ausfällen der EDV, trotz eingebauter Schutzeinrichtungen. Kostendruck und knappe Zeitvorgaben sowie lange Lieferzeiten führen zu Fehlentscheidungen in der Planung und Installation der elektrischen Anlagen für den EDV-Betrieb. Verfügbarkeitsbetrachtungen und vorgeschriebenen Sicherheitsprüfungen elektrischer Anlagen sind nie gemacht worden. Es sind keine geeigneten Hilfs-und Messmittel eingebaut, welche Abweichungen des Betriebes rechtzeitig erkennen lassen, um Ausfälle und Störungen zu verhindern. Sobald Personenschäden im Spiel sind, stellt sich die Frage der durchgeführten Prüfungen nach den Vorschriften der Berufsgenossenschaften DGUV V3 und ist Unternehmerpflicht. Auch in Rechenzentren müssen diese Prüfungen und Gefährdungsbeurteilungen zwingend durchgeführt werden. Da EDV-Geräte in Rechenzentren zum Prüfen nicht abgeschaltet werden dürfen, müssen neue Wege gegangen werden, welche eng mit den vermittelten Bewertungskriterien und Schutzzielen zusammenhängen.

Standort und Versorgungsanbindung an den Energieversorger für ein RZ

  • Vergleich der verschiedenen TIER-Stufen und die Anforderung an die Versorgungsstruktur
  • Kurzschlussströme an der Einspeisequelle
  • Realisierung von Hochsicherheits-Systemen als vereinbarte Zielvorgabe

Fehlerquellen aus elektrischer Sicht durch die Umgebung

  • Störer in der Umgebung nach Kopplungsarten und Intensität
  • Leitungsführung MS, Erdströme, Bahn-Rückwirkungen, Straßenbahn-Einfluss, Blitzschlag
  • Leitungsungebundene Einflüsse

Blitzhäufigkeit und Einschlagverhalten am Standort

  • Risikobewertung durch Blitzschlag-Analyse

Erdungssystem und Potenzialausgleichsanlage

  • Aufbau und planerische Unterstützung von Erdungssystemen (Grid/Messmöglichkeiten/Bodenanalyse)
  • Untererdungssystem, bezeichnete Prüfpunkte
  • Prüfstrom-Einkopplung in weit entfernte Bereiche bis zum Dach und gleichzeitige Aufnahme der entstehenden Magnetfelder im Innenraum

Blitzschutz- Anlage

  • Bodenleitwerte, Maschenweite, Blitzschutzklassen

Ströme auf dem Erdungssystem und deren Frequenzverhalten

  • Praktische Beispiele von Störsituationen
  • Gegenmaßnahmen
  • Lösungsansätze

Einspeisung der Transformatoren und Auslegung der Mittelspannung

  • Trafoart und Auslegung
  • Leitungsführung
  • Verdrillung
  • Beidrahtbehandlung
  • EMV-Berechnung der maximal entstehenden Magnetfelder durch Trafo, Kabeltrassen und Verteilungen

Überspannungsschutz für die Mittelspannungsanlage, Niederspannung, Datenleitungen

  • Empfohlene Ausführungen

Abschaltverhalten der Einspeisequellen

  • Wie verhalten sich die elektronischen Systeme bei Kurzzeitunterbrechung, Wiedereinschaltung
  • Netzrückwirkungen

Netzersatzanlage

  • Testszenarien
  • Belastungsgrenzen
  • Einfluss nichtlinearer Lasten auf die nutzbare Leistung

Aufbau der Hauptstromverteilung vom Einspeisepunkt bis zur letzten Steckdose als TN-S für eine zu betrachtende Versorgungseinheit

  • Ein-Linien-Diagramme als durchgängige Darstellung der Versorgungspfade
  • Netzstrukturen in der VDE
  • Dynamische Analyse von möglichen „Single-Point-of Failure“

Betrachtung von 4- oder 3-poligen Schaltern bei Bypassschaltungen

  • Auswirkungen von falscher Auslegung der Bypassschaltungen
  • Lösungsstrategien

Kurzschluss- und Selektivitätsbetrachtungen

  • Möglichkeiten von Simulationssystemen am Beispiel von Möglichkeitsanalyse Programmen
  • Statistische Zuverlässigkeits-Betrachtung über MTBF Angaben der einzelnen Komponenten
  • Ersatzteilbeschaffung von Leistungs-Schaltern und Sicherungen und deren Verfügbarkeit

Monitoring Systeme der Haupt- und Unterverteilungen

  • Unterschiedliche Auslegung von Monitoring-Systemen
  • Zugänglichkeit zu den Messpunkten 5- polige Spannung und Strom Messungen L1 bis L3; Nbed ; Nist ; Diff PE

Netzqualitätskontrolle

  • Permanente Qualitätskontrolle
  • Identifikation von Störeinflüssen
  • Zuordnung von Verantwortlichkeiten, Versorger, Lieferanten, internes Netz
  • Permanente Leckstrommessung = Isolationsmessung zur Erkennung des ersten Fehlers

Lastfluss- Darstellungen

  • Simulation von Grenzfällen
  • Analyse

Kontrolle des Spannungsfalls

  • Simulation von Veränderungen bei Aus- und Umbauten
  • Überprüfung der Dimensionierung von Leitungswegen

Prüfmöglichkeiten durch gesicherte Prüfpunkte

  • Funktion und Lage von „geeigneten Prüfpunkten
  • Regelmäßige Kontrollen und Trend-Analysen

Manuelle und automatische Prüfung gemäß DEGUV V3

  • Gefährdungsanalyse an elektrischen Anlagen im RZ = Bewertung
  • Manuelles Prüfen der elektrischen Anlagen in Rechenzentren nach DEGUV V3 in Abstimmung mit den Berufsgenossenschaften
  • Permanente Kontrollen und Akzeptanz der Berufsgenossenschaft
  • Onlineüberwachung nach TRBS

Bewertung und Klassifikation der elektrischen Systeme nach realen Schadenvorkommnissen

  • Systematische Beurteilungskriterien der einzelnen Komponenten
  • Wichtung der Einflussparameter
  • Einstufung in eine Beurteilung von 1-100 %
Die Teilnahmegebühr umfasst die folgenden Leistungen:
  • alle Schulungsunterlagen in elektronischer und in Papierform
  • ein Teilnahmezertifikat
  • Mittagsmenü inkl. Getränke
  • Erfrischungsgetränke und Pausensnacks während der Veranstaltung
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